Archiv des Autors: Hugo

Neue Auflage der Swissnoso-Empfehlungen für Creutzfeldt Jakob

Prävention der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und Wiederaufbereitung von Medizinprodukten: gegenwärtiger Stand der Wissenschaft und Empfehlungen für die Schweiz

Swissnoso hat in ihrem elektronischen Bulletin einen neuen Artikel zum Thema „Prävention der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und Wiederaufbereitung von Medizinprodukten: gegenwärtiger Stand der Wissenschaft und Empfehlungen für die Schweiz“ publiziert. Das Bulletin steht Ihnen unter www.swissnoso.ch/bulletin/zur Verfügung.

Die profunde Einfachheit der Umsetzung von wissenschaftlicher Evidenz in die Praxis

AIMD – a validated, simplified framework of interventions to promote and integrate evidence into health practices, systems, and policies

Peter Bragge, Jeremy M. GrimshawCynthia LokkerHeather Colquhoun and The AIMD Writing/Working Group

BMC Medical Research MethodologyBMC series – open, inclusive and trusted 2017;17:38

DOI: 10.1186/s12874-017-0314-8

Eine wichtige Erkenntnis der letzten Jahre ist, dass sich wissenschaftliche Evidenz nicht von selbst ans Bett des Patienten gibt. Das trifft auch und ganz besonders auf die Infektionsprävention im Gesundheitswesen zu. Dass die Evidenz in unserem Gebiet zudem an vielen Stellen sehr dünn ist, steht noch auf einem ganz anderen Blatt. Aus diesem Manko heraus hat sich die Implementierungs-Wissenschaft entwickelt. Eine Vielzahl von theoretischen Modellen ist entstanden aus dieser Forschung, die typischerweise Elemente enthalten wie Leadership, Monitoring und Feedback, involvierte Personen, Change Agents, usw.

Jetzt ist eben eine Publikation erschienen die die unerlässlichen aktiven Elemente der Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die klinische Praxis sehr einfach und prägnant zusammenfasst und als Raster dienen kann, über dieses Gebiet zu sprechen und zu schreiben, das AIMD Framework:

  1. Aims: what do you want your intervention to achieve and for whom?
    Ziele: Was möchtest du mit deiner Intervention erreichen und für wen?
  2. Ingredients: what comprises the intervention?
    Elemente: Woraus setzt sich die Intervention zusammen?
  3. Mechanisms: how do you propose the intervention will work?
    Mechanismus: Wie wird die Intervention das Ziel erreichen?
  4. Delivery: how will you deliver the intervention?
    Umsetzung: Wie wird die Intervention umgesetzt?

Mit Hugo Sax war die Spitalhygiene USZ an dieser Arbeit beteiligt, die hauptsächlich in einem zweitägigen Workshop in Ottawa stattfand.

Design Thinking! 

Situational awareness, das Bewusstsein, wo wir sind und was so abgeht, spielt in der Arbeit eines Teams eine zentrale Rolle. Es geht dabei um die Kommunikation im Team, dass jedes Teammitglied genug über die Sichtweise und Aktivität der anderen Teammitglieder weiss, um optimal handeln zu können und sich mit dem Team verbunden zu fühlen. 

Heute macht unser Team am jährlichen Vision Day eine Design Thinking Bootcamp zu diesem Thema mit Innoveto. Dabei geht es um Systemdesign: Abläufe, Software, Architektur…alles ist designbar. 

Wir berichten. 

Ysabelle Laura Knill hat ihre Masters Thesis fertiggestellt

Die ETH-Studentin Ysabelle Laura Knill hat gestern ihre Masters Thesis zur Händehygiene während der Anästhesieeinleitung in Zusammenarbeit mit Dr Bastian Grande (USZ), Dr Jan Schmutz (ETH), Prof Michael Siegrist (ETH) und der Spitalhygiene USZ zeitgerecht fertiggestellt und eingereicht. Ohne zu viel zu verraten: Es ist eine Herausforderung, in eine sehr dichten, schnellen Tätigkeit Händehygiene sinnvoll und effizient einzubauen und diese konsequent umzusetzen. Aber wir am USZ lieben Herausforderungen! Um diesen Prozess genau zu studieren, hat Ysabelle Videoaufnahmen mit zwei GoPro Acton Cams eingesetzt. Einmal mehr war die Zusammenarbeit USZ-ETH ein Gewinn. Wir danken allen, die teilgenommen haben, nicht zuletzt den vielen Patienten, die uns im Sinne der Patientensicherheit für die Aufnahmen ihr Einverständnis gegeben haben. Stand by for the results!

Bann gegen SinAqua und EasyDerm aufgehoben

Offenbar hat die Herstellerfirma der beiden Produkte SinAqua und EasyDerm die Quelle der Kontamination ihrer Produkte mit Burkholderia cepacia in einer kontaminierten Vernebelungsdüsen der Produktionsanlage lokalisieren und eliminieren können. Swissmedic hat in der Folge den Bann gegen diese Produkte in der Schweiz aufgehoben.

Wir sind gespannt auf die Resultate der Abklärung dieses Ausbruchs in den Schweizer Spitälern, die dieses Produkt angewandt haben. Wir wissen aber schon, dass mehrere Patienten Bakteriämien erlitten haben und ein Patient an einer Infektion mit dem verantwortlichen Keim verstorben ist.

Was an dieser Geschichte besonders nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass eine Aufbringen von Bakterien auf der Haut von Patienten zu Bakteriämien führt. Im Umkehrschluss soll ja das Waschen mit einem solchen Produkt mit Chlorheidin die Bakteriämierate bei IPS-Patienten senken. Wie genau gelangen die Bakterien in den Blutstrom? Warum versagt hier das Immunsystem?

Update: SINAQUA Dermal Glove Outbreak!!

Der Zusammenhang mit Fällen von Burkholderia Infektionen in mehreren Schweizer Spitälern und den mit dem gleichen Keim kontaminierten „SINAQUA Dermal Glove“ Einmalgebrauch-Handschuhen zum Waschen ohne Wasser wurde durch PFGE Typing bestätigt. Mehrere Lots sind kontaminiert. Offenbar wurde jetzt im gleichen Produkt auch Serratia marcenscens gefunden. Ob dadurch Fälle ausgelöst wurden, ist noch nicht klar; aber wir haben in letzter Zeit von Outbreaks mit diesem Bakterium gehört…

Dieses Produkt sollte deshalb nicht mehr verwendet werden, unabhängig von der Lot-Nummer!

Ein Case Reporting Formular wird diese Woche verteilt. Stand by!

SINAQUA™ Dermal Glove Outbreak News

Die Abklärungen zum Ausbruch von Burkolderia cepacia Infektionen im Zusammenhang mit dem SINAQUA Produkt schreiten voran. Swissnoso hilft Swissmedic in dieser Arbeit.

Swissmedic hat eine Medienmitteilung herausgegeben.

Achtung: Der Schweizer Verteiler gd Medical hat das Produkt aber online immer noch gelistet in ihrem Onlineshop (ohne Hinweis)! Auch die Produktionsfirma Carewell hat das Produkt noch immer ohne Hinweis gelistet.

Mikrobiologische Untersuchungen sind im Gang, ob noch andere Produkte der gleichen Firma betroffen sind, wie zum Beispiel SINAQUA Chlorhexidin.

 

ACHTUNG: Ausbruch von Burkholderia cepacia Bakteriämien via SINAQUA Handschuhe?

sinaquaDermalGlove5Es wurde eben bekannt, dass es verschiedene Chargen des Produkts SINAQUA™ der Firma WellCare Industries S.p.A. mit Burkolderia cepacia kontaminiert sind und ein möglicher Zusammenhang mit schweren Infektionen besteht. Abklärungen sind im Gang. Swissmedic ist informiertSwissnoso und die Schweiz. Gesellschaft für Spitalhygiene empfehlen, dieses Produkt ab sofort nicht mehr einzusetzen, bis mehr Informationen verfügbar werden.

Dieses Produkt ist gemäss unseren Nachforschungen nicht im Sortiment des USZ. Wir haben im USZ in den letzten 18 Monaten auch keine Bakteriämien mit diesem Bakterium festgestellt.

Wir werden wieder berichten!

Spitalhygiene USZ hilft bei der WHO Kampagne gegen chirurgische Wundinfektionen

Lauren Clack, Human Factors Expertin und qualitative Forscherin in unserem Team, präsentiert heute ihre qualitative Analyse der Implementierung eines Programms zur Prävention von chirurgischen Infektionen in Afrika im WHO Headquater in Genf.


Hier mit Prof Benedetta Allegranzi, die das Programm leitet.

Qualitative Evaluation wurde von den Experten, die aus aller Welt angereist waren, als absolut entscheidende Methode angesehen, um die Erfolgsfaktoren der Umsetzung von wissenschaftlicher Evidenz in die medizinische Praxis zu verstehen.

Auch für das USZ sind diese Erkenntnisse wichtig. Wir haben mit COPS ein intensives interdisziplinäres Programm zur Reduktion dieser häufigen und folgenschweren Infektionen.

Local Re-Engineering

Eben war ich auf dem USZ Notfall, um den ÄrztInnen das neue Hygienekonzept des USZ vorzustellen, und wurde herzlich empfangen.

Über die verschiedenen Stimmungen in den Klinikrapporten muss ich ein andermal berichten.

Hier sei aber eine kleine Erfindung der Gruppe Hygiene des NOT erwähnt, die Patrik mir gezeigt hat: die Kosung, wie im Notfall die ISO-Schilder befestigt werden. Guess what? Magnete sei dank! Aus aktuellem Anlass: Lokales „Pimping“ ist doch wie ein Goal im Fussball nach einem Steilpass!

Bravo: 1:0 für den Notfall!